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E-Fahrzeuge

Projektziele

Das Projekt verfolgte mehrere Ziele:

  • Kontaktaufnahme zu Forschungsgesellschaften und Forschungseinrichtungen, die sich mit diesem Thema befassen
  • Gemeinsamer Workshop betroffener Behindertenverbände und Vertreter von Forschungsprojekten
  • Formulierung von Anforderungen an elektrisch betriebene Fahrzeuge (z. B. automatisches Abbremsen bei entstehenden Gefahrensituationen - bereits umgesetzt in den führerlos fahrenden U-Bahn-Zügen in Berlin)

Projektergebnisse

Im Rahmen des Projektes hat der DBSV zahlreiche Kontakte zu Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Versicherungen und Medien aufgebaut und Ende Januar 2011 einen Workshop zu diesem Thema veranstaltet.

Ein Ergebnis dieses Workshops war ein Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Andreas Scheuer. Herr Scheuer sagte dem DBSV zu, über die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) eine Studie in Auftrag zu geben, um die Geschwindigkeit zu klären, bis zu der elektrisch betriebene Fahrzeuge (reine E-Autos und Hybridfahrzeuge) in unterschiedlichen Verkehrssituationen akustisch nicht wahrnehmbar sind.

Am 18. August 2011 fand mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) bei der BASt der Test statt. Insgesamt 60 verschiedene Fahrsituationen wurden bewertet. An dem Test nahmen 10 Probanden teil. Nach Angaben des Projektleiters der BASt haben die Tests ergeben, dass bei ca. 30 km/h E-Fahrzeuge auf einem leiseren Asphalt als dem so genannten Flüsterasphalt akustisch wahrnehmbar sind.

Da die Automobilindustrie international arbeitet, müssen auch internationale Richtlinien für den Einbau von Geräuschgeneratoren entwickelt werden. Die Ergebnisse der BASt-Studie dienen deshalb auch dazu, Grundlagen für die 29. Workparty (World Forum of Harmonization of Vehicle Regulation - noise GBR, Working Party on General Safety Provision) der United Nation Economic Commission for Europe (UN-ECE) zu erarbeiten. Vertreter des DBSV werden auf Einladung des BMVBS an der Veranstaltung im Dezember in Bonn teilnehmen.

Zuvor hatte am 25. August 2011 ein Gespräch mit Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer an dessen Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen stattgefunden. Prof. Dudenhöffer hatte eine Studie zu E‑Fahrzeugen veröffentlicht, deren Ergebnisse teilweise in Widerspruch zu den vom DBSV erhobenen Anforderungen stehen. Als Ergebnis des Gesprächs schlug Prof. Dudenhöffer vor, gemeinsam ein Projekt zur Sicherheit der Fußgänger im Straßenverkehr in Angriff zu nehmen.

Zwischenzeitlich hat Mitsubishi ein Auto entwickelt, welches einen Geräuschgenerator hat, der bei 35 km/h automatisch abschaltet. Der Mitsubishi i-MiEV soll ab dem Modelljahr 2012 serienmäßig über eine akustische Warneinrichtung zum Schutz von Personen außerhalb des Fahrzeugs verfügen.

Der Projektträger hatauf seinen eigenen Interentseiten eine Projektdokumentation der Aktivitäten des Projektträgers zur Vermeidung der Gefahren durch geräuschlose Elektrofahrzeige veröffentlicht.

Hintergrund

Für blinde und sehbehinderte Menschen stellt die Einführung von neuen Technologien im Fahrzeugbau, wie z. B. elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge, eine große Herausforderung dar. Elektrisch betriebene Fahrzeuge können aufgrund ihrer fast geräuschlosen Fortbewegung nicht rechtzeitig wahrgenommen und ihre Entfernung und Richtung nicht richtig eingeschätzt werden. Damit wird der Straßenverkehr für sensorisch behinderte Personen und ältere Menschen immer gefährlicher.

Träger des Projektes

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV)

Laufzeit

01.01. bis 31.12.2010, Restarbeiten in 2011