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Zielvereinbarung mit der Deutschen Kreditwirtschaft

Projektziel

Vorrangiges Projektziel war die Erarbeitung von Anforderungen zur barrierefreien Gestaltung von Bankautomaten. Darauf aufbauend sollte die barrierefreie Gestaltung einer weiteren Automatenform in den Blick genommen werden.

Projektergebnis

Am 11. Januar 2011 fand gemeinsam mit den Vertretern der Bankinstitute in Kassel ein Workshop statt. In diesem wurde über die Umsetzung der aus Behindertensicht erforderlichen Vorkehrungen gesprochen.

Ein Ergebnis war, dass gerade die Unternehmen verlangten, dass die Behindertenverbände einen einheitlichen, behinderungsübergreifenden Anforderungskatalog vorlegen sollten. Die Wirtschaft benötige einheitliche, widerspruchsfreie Vorgaben.

Das BKB hat daraufhin seine Mitgliedsverbände zur Beteiligung an den Gesprächen aufgerufen. Neun anerkannte Bundesverbände beteiligten sich an den Gesprächen. Zwei weitere Verbände hatten auf die Frage, ob sie sich an den Gesprächen beteiligen wollen, mitgeteilt, dass das Thema für die von ihnen vertretene Gruppe nicht relevant sei.

Ende September 2011 legten die Behindertenverbände einen behinderungs- und verbandsübergreifenden Anforderungskatalog für die barrierefreie Gestaltung von Bankautomaten vor. Dieser wurde zunächst am 26. Oktober 2011 mit den Vertretern der Industrie diskutiert. Die Diskussion wurde auf einer zweitägigen Klausur Mitte Januar 2012 fortgesetzt. Beabsichtigt war, dass gemeinsam mit der Industrie ein abgestimmter, einheitlicher Anforderungskatalog vorgelegt werden kann.

Dieser wurde am 6. Juli 2013 an die Deutsche Kreditwirtschaft gesendet mit dem Ziel, einen entsprechenden verbindlichen Branchenstandard zu etablieren, wie es ihn für andere Bereiche bereits gibt. Die Deutsche Kreditwirtschaft antwortete mit Schreiben vom 3. Dezember 2013 und teilte mit, dass der Anforderungskatalog einer ersten Bewertung unterzogen wurde und daraufhin eine Arbeitsgruppe zu dieser Thematik eingerichtet wurde.

Im Rahmen der laufenden Gespräche hat das BKB auch Kontakt zum SoVD Niedersachsen aufgenommen, um Informationen über das dort begleitete Projekt der Europäischen Union zu barrierefreien Automaten APSIS4ALL einzuholen. Die Industrievertreter haben auch schon auf andere ausländische Standardisierungen hingewiesen, die bei dem gemeinsam zu erarbeitenden Anforderungskatalog Berücksichtigung finden sollen.

Hintergrund

Immer mehr Dienstleistungen werden automatisiert: Bargeld holt man nicht am Schalter, Fahrkarten erwirbt man nicht beim Fahrpersonal. Dienstleistungsautomaten, die einer barrierefreien Nutzung entgegenkommen, sind noch lange kein Allgemeingut. Vor allem die Bedienbarkeit von Geldausgabeautomaten durch behinderte Menschen spielt seit Jahren eine zentrale Rolle, jedoch ohne bisher bei Banken nachhaltige und flächendeckende Wirkung zu erzielen.

Der Projektträger wollte die Entwicklung praxisgerechter Richtlinien zur Bedienbarkeit von Geräten des täglichen Lebens durch kognitiv eingeschränkte Menschen vorantreiben. Zu diesem Zweck unterhält er zahlreiche ehrenamtlich besetzte Expertengremien und arbeitet in den einschlägigen DIN-Normenausschüssen aktiv mit.

Träger des Projektes

Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV)

Laufzeit

01.01. bis 31.12.2010 (DBSV),
Fortsetzung der Gespräche bis einschl. 2014